Kirchen

Die nachfolgenden Texte sind dem Buch "Häuser am Weg" (Die Kirchen im Kirchenkreis Schleiz, Teil II - Orlatal) mit freundilcher Genehmigung des Autors Peter Weiss entnommen.

Die Kirche zu Wernburg (St. Ursula)

Wernburg hat vielleicht sogar noch vor der Mitte des 12. Jahrhunderts eine Kirche oder Kapelle besessen. Der Turm steht seitlich im Norden, das Kirchenschiff wird im Osten von einer rechteckigen, romanischen Apsis geschlossen. Unter dem Turm verrät eine alte Tür, dass sich dort ein altes, gerades Gewölbe befindet. Links daneben ist ein gotisches Sakramentshäuschen erhalten. Es ist etwas beschädigt und zeigt einen Christuskopf und zwei menschliche Figuren. Eine schmale Steintreppe führt nach oben in eine Patronatsloge. Sie wurde erst im 19. Jahrhundert geschaffen. Davor steht ein nicht sehr großer, aber wuchtiger romanischer Taufstein, der einen Ausfluss besitzt. Im nachträglich hoch aufgebrochenen Triumphbogen sehen wir einen fast zierlich zu nennenden Kanzelaltar. Er steht auf einer Grabplatte für zwei jung verstorbene Familienglieder der Brandensteins. Das Altargemälde zeigt Christus am Kreuz mit Maria und Johannes und ist eine frühe Arbeit des Schleizer Malers Paul Keil von 1599. Bemerkenswert sind die vier Engel, die das Blut des Heilands in ihren Gefäßen auffangen. Der Altartisch wurde offenbar später aufgebaut, seine Mensa überschneidet die untere Bildkante. Darüber steht die schmucklose Kanzel, von einer kleinen Empore eingefasst, deren Traillen das Bild gefällig auflockern. Bekrönt wird das Ganze von einem Schalldeckel, mit Verzierungen in Form von Buckelwerk und Zahnleisten, ergänzt von kleinen Cherubenköpfchen. Es stammt ebenfalls von Paul Keil. Auf seiner Unterseite, also über dem Prediger, zeigt er ein Bild der Heiligen Dreifaltigkeit. Ergänzt wird diese Bildauswahl von einer links angebrachten, sehr gut gearbeiteten Pietá, einer Maria mit dem toten Christus auf dem Schoß. Laut Inschrift ist sie 1933 "neu aufgebaut und hergerichtet", entstanden ist sie wohl um 1510. Mit Bedauern lesen wir, dass 1830 "eine Menge Schnitzfiguren als Brennholz verkauft" wurde. Rechts befindet sich ein 1618 datiertes Abendmahlsbild, ebenfalls von Paul Keil. Dazu kommt ein einfaches Lektionspult. Reste von alten Denkmälern aus Stein sowie ein 1613 datiertes und noch ganz erhaltenes Epitaph aus Holz sind zu sehen. Es zeigt ein Kreuzigungsbild, unter dem die Familie kniet, dazu eine Reihe von Wappen. Es stammt auch von Paul Keil. 
Die Orgel ist stattlich mit einem Prospekt des 19. Jahrhunderts geschmückt. Ihr Erbauer ist Friedrich Wilhelm Dornheim 1859. 1938 von Otto Poppe umgebaut, verfügt sie über eine pneumatische Traktur. Sie ist spielbar.
Im Turm hängen zwei kleine Glocken, die beide die gleiche Inschrift aufweisen: ANNO MDCXIX (1619) GOS MICH HIERONYMUS MEHRINCK.

St. Ursula
Die 452 als Märtyrerin gestorbene Heilige hatte als christliche Tochter eines britannischen Königs ewige Jungfräulichkeit gelobt. Ein heidnischer König warb um sie, davor floh sie nach Köln (Legende von den 11000 Jungfrauen). Als sie von einer Wallfahrt nach Rom zurückkehrte, belagerten Hunnen die Stadt. Alle wurden niedergemetzelt, Ursula wurde jedoch vom Hunnenkönig begehrt. Als sie sich verweigerte, tötete er sie mit einem Pfeilschuss. Engel vom Himmel vertrieben daraufhin die Hunnen; die befreiten Kölner bauten ihr zum Dank eine Kirche. Als man 1106 auf ein altes Gräberfeld stieß, gingen heiß begehrte "Reliquien der 11000 Jungfrauen" in alle Welt. Ihre kultische Verehrung war zeitweise groß. Ihr Tag ist der 21. Oktober.

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